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Zahnpflege: Kinder

Die Zahnpflege für Kinder ist sehr altersabhängig. Die kindliche Pflege ist somit stark von der jeweiligen manuellen Möglichkeit geprägt. Versuchen Sie also beim Erlernen der Zahnputz-Technik, sich beim Vermitteln Ihrer Hilfe immer an die Möglichkeiten anzupassen.

Kinder können erst ab einem bestimmten Alter die Zahnbürste wie Erwachsene führen. Bis zu diesem Zeitpunkt nehmen sie die Zahnbürste in die Faust. Es sollte eine Bürste mit gutem Griff sein, damit sie nicht abrutschen. Es gibt im Handel Zahnpasten, die extra für Kinder konzipiert wurde. Achten Sie darauf, dass sie Zahnpasta erst verwenden, wenn die Kleinen sie nicht mehr verschlucken können.

Für die Allerkleinsten gibt es Beißringe, es sind ca. 10 cm große Plastikringe, auf denen eine Art kleine Zahnbürste befestigt ist und mit denen Sie die Kleinen an die Zahnpflege gewöhnen können. Versuchen Sie sowieso so früh wie möglich, auch schon kurz vor Durchbruch der ersten Zähne eine kleine Zahnbürste, zur Not auch mal ein Q-Tipp bei den Kleinen anzuwenden. Das müssen selbstverständlich Sie als Eltern machen. Auch später sollten Sie die mögliche Zahnpflege, welche die Kinder durchführen, immer kontrollieren, d. h. die Zähne "nachputzen".

Mit dieser speziellen Grifftechnik der Kinder sollten diese nun zunächst die Kauflächen abbürsten. Danach sollten die Kleinen zubeißen und bei geschlossener Zahnreihe auf der Außenseite mit großen und kreisenden Bewegungen die Reinigung durchführen. Auf der Innenseite sollte diese Kreisbewegung nach Möglichkeit auch so durchgeführt werden. Sie müssen immer "nachputzen"! Auch Sie sollten als Eltern diese Putztechnik, die Sie ja auch als Erwachsene verwenden sollten, bei den Kindern verwenden. Keine Angst, durch diese Putztechnik können Sie den Kleinen nicht weh tun, sie ist sehr schonend.

Ein kleiner Tipp: Sie werden sicher feststellen, dass das Zähneputzen nicht für alle Kinder die tollste Beschäftigung darstellt. Aber wenn Sie zusammen mit den Kindern schon wenn sie klein sind die Zähne putzen, wird die Pflege der Zähne zur Normalität. Die Kleinen ahmen Sie immer in gewissen Rahmen nach. Wenn Sie allerdings der Zahnpflege keine besondere Bedeutung beimessen, glauben Sie mir, dann werden Ihre Kinder dies auch nicht tun! 

Zahnpflege: Erwachsene

Lassen Sie sich für das Einüben einer Zahnputztechnik am Anfang etwas Zeit. Benutzen Sie eine möglichst weiche Zahnbürste, da sie sich an einem anatomisch-geformten Zahn am besten anschmiegt und auch am besten in die Nischen reicht. Eine harte Zahnbürste putzt nur die erhaben stehenden Bereiche des Zahnes und putzt somit nicht den wichtigsten Bereich: die Nischen! Üben sie eine kreisende Bewegung aus, bei der die Borstenenden der Zahnbürste im Prinzip fast auf der Stelle stehen bleiben, die Borsten gelangen dabei am besten in die Nischen. Dies ist effektiver in der Reinigung und schonender für die Struktur Ihrer Zähne und Ihres Zahnfleisches.

Verwenden Sie als Zahnbürste einen starren Griff (sie können ja auch nicht mit einem beweglichen Kugelschreiber schreiben) und lassen Sie sich grundsätzlich nicht von irgendwelchen gut animierten Videoclips o. ä. der Werbeindustrie beeinflussen. Bedenken Sie, dass Sie nach Möglichkeit eine exakte Kreisbewegung ausführen müssen.

Benutzen Sie eine Zahnpasta, die nicht zu scharfe Putzkörper hat. Sie können dies selbst leicht kontrollieren, indem Sie nach dem Putzen keine "stumpfe" Zahnoberfläche mit der Zunge fühlen können. Wählen Sie eine Zahnpasta, die Ihnen geschmacklich zusagt, sie sollten nämlich in Ruhe putzen können und nicht wegen zu großen Mengen an ätherischen Ölen, seien sie auch noch so pflanzlich und "biologisch" ein Zungenbrennen ertragen müssen. Sie sollten ungefähr 10 Sekunden in jeder Position an 2-3 Zähnen rotieren, auf der Rückseite des Frontzahnbereiches nehmen Sie die Zahnbürste hochkant und pflegen dort jeden Zahn oder zwei Zähne zusammen.

Prüfen Sie nach dem Zähneputzen mit Ihrer Zungenspitze, auch an den hinteren Zähnen, ob sie sich sauber anfühlen. Entwickeln Sie Ihr eigenes Hygiene-Gefühl!

Putzen Sie morgens und abends gründlich nach dem Frühstück bzw. nach dem Abendessen. Sollten Sie Zeit finden, sich die Zähne nach dem Mittagessen zu putzen, so tun sie dies, auch wenn es mal schneller geht. Wichtig ist aber die gründliche Reinigung morgens und abends!

Wechseln Sie Ihre Zahnbürste aus hygienischen Gründen alle 4 Wochen! Sollten die Borsten Ihrer Zahnbürste nach ein paar Tagen verbogen sein, dann tauschen Sie Ihre Zahnbürste gegen eine Neue und pressen in Zukunft nicht so sehr auf Ihr verletzliches Zahnfleisch.

Elektrische Zahnbürsten sind übrigens nicht für die Mehrheit aller Menschen zu empfehlen. Für Kinder, auch wenn es gut gemeint ist, bedeutet dies, dass sie dem Kind ein für allemal das Erlernen der Technik des Zähnebürstens verwehren. Sie kennen ja das Sprichwort: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!"

Für alle, die eine normale manuelle Geschicklichkeit besitzen (außer Ihre Zähne sind Ihnen egal oder glauben blindlings der Werbung), ist die normale Hand-Zahnbürste ideal. Die elektrische Zahnbürste stellt in unserem Sinn immer nur einen Kompromiss dar. Für alte Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit oder Erkrankungen bzw. nach einem Schlaganfall oder Rheuma etc. kann sie einen Kompromiss darstellen.

Übrigens: Kaufen Sie sich nicht eine elektrische Zahnbürste als Alibifunktion! Sie nur zu besitzen erfreut die Bakterien in Ihrem Mund. Die am meisten verkaufte elektrische Zahnbürste ist als Spezialistenbürste konzipiert worden, sie müssen jede einzelne Fläche Ihres Zahnes putzen, dies bedeutet, wenn sie für jede Fläche einige Sekunden rechnen, dass sie viel Zeit benötigen werden, rechnerisch mehr als mit einer Hand-Zahnbürste.


Zahnputztechnik

Nehmen Sie einen 2-3 cm langen Strang Zahnpasta und putzen Sie zunächst die Kauflächen Ihrer Zähne. Dabei verteilt sich die Zahnpasta gleichmäßig und Sie haben morgens Zeit, sich mit Ihrer exakten Zahnputztechnik anzuwärmen.

 

Dann setzen Sie die Zahnbürste in einem 45 Grad (also halbschräg) so am Zahnfleischrand an, dass die Borsten sowohl am Zahn als auch etwas lockerer am Zahnfleisch aufliegen.


 

Ohne großen Anpressdruck werden nacheinander jeweils die Außenflächen von 2-3 Zähnen mit kleinen kreisenden Bewegungen gereinigt.

 

Danach erfolgt in gleicher Technik die Reinigung der Zahninnenflächen in Ober- und Unterkiefer.



 

Im Frontzahnbereich werden die Innenflächen durch senkrechte Bewegungen der hochgestellten Zahnbürste mit der vorderen Hälfte des Bürstenkopfs gereinigt.


 


Zahnzwischenräume

Für die Pflege der Zahnzwischenräume empfehlen sich verschiedene Hilfsmittel, je nach Geschick und nach Anforderung.

Zahnseide: Für eine ausgezeichnete Zahnpflege empfiehlt sich die Verwendung von Zahnseide. Diese reinigt optimal die Zahnzwischenräume und ist am besten täglich, mindestens aber 2-3 mal pro Woche anzuwenden. Nehmen Sie ein ausreichend langes Stück, der Anfänger nimmt gewachste Zahnseide und wickeln Sie sich die Zahnseide um die Mittelfinger links und rechts "überlappend" (damit sie nicht wegrutscht) und stellen Sie sich eine Länge der Zahnseide von ca.15 cm ein. Dann dirigieren Sie mit der gespannten Zahnseide, die nun frei über die Zeigefinger läuft, die Zahnseide in den Zahnzwischenraum. Sie können eine leicht sägende Bewegung machen, um in den Zahnzwischenraum zu gelangen, nicht aber in das Zahnfleisch einsägen. Als Anfänger sollte man sehr vorsichtig sein und bei den Frontzähnen beginnen. Arbeiten Sie sich Zahnzwischenraum für Zahnzwischenraum weiter nach hinten.

Gelegentlich öffnen Sie eine Wicklung an einem Mittelfinger und wickeln am anderen Mittelfinger auf. Somit ist immer wieder ein frisches Stück Zahnseide bereit.

Im Handel befindet sich ein kleines Gerät eines bekannten deutschen Herstellers, das motorgetrieben mit einem kleinen Bürstenbüschelchen den Zahnzwischenraum reinigen soll. Wer dieses Gerät bisher ausprobiert hat, fragt sich, für was das Gerät eigentlich gebaut wurde, für die Zahnzwischenraumpflege jedenfalls nicht.

Super-Floß: Für die Bereiche unter bzw. zwischen den Brückengliedern einer fest einzementierten Brücke empfiehlt sich Super-Floß. Dabei handelt es sich um eine fertig zugeschnittene Zahnseide von ca. 45 cm, die in der Mitte etwas aufgelockert und an den Enden etwas versteift ist. Die versteiften Enden dienen dem "Einfädeln" in den Zahnzwischenraum unter einer Brücke, da ein Zugang von der Kaufläche her nicht möglich ist. Sie fädeln also die Super-Floß ein und ziehen sie dann bis zum flauschigen Ende durch. Nun wischen Sie die Beläge mit diesem zarten Teil das auf dem Zahnfleisch aufliegende Brückenglied und den Zahnzwischenraum mit senkrecht zur Brückenachse hin und hergleitenden Bewegungen weg.

Zahnzwischenraumbürstchen: Es gibt eine weitere Fülle von speziellen Zahnzwischenraumpflege-Mitteln, die von der Form ähnlich wie ein Miniatur-Flaschenreiniger aus kleinen Bürstchen mit Halter oder beschichteten Nylonstäbchen bestehen. Diese werden vorsichtig in die Zahnzwischenraum geführt und dort entsprechend verwendet. Lassen Sie sich von uns beraten, die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich und entsprechend abhängig von der vorhandenen anatomischen Zahnsituation. Wechseln Sie diese Zahnzwischenbürstchen regelmäßig.

Spülflüssigkeiten: Von der Benutzung von Mundspülflüssigkeiten ist im Prinzip abzuraten. Sollten Sie mal etwas Knoblauch, Fisch oder Alkohol konsumiert haben, wäre dies aus geruchstechnischen Gründen von Vorteil. Doch die Verwendung der angepriesenen Spülflüssigkeiten erscheint aufgrund aller (!!!!) Untersuchungen als nicht sinnvoll, sie kann im Gegenteil die Mundflora stören. Bedenken Sie, dass alle in der Werbeaufschrift angegebenen "klinischen Untersuchungen" nichts über das Ergebnis aussagen bzw. von den Firmen in Auftrag gegeben worden sind, die das Produkt später verkaufen wollen. Wenn Sie eine Fluoridierung der Zähne wünschen, verwenden Sie sinnvollerweise ein reines Fluor-Präparat oder gleich ein Fluorid-Gel.

Mundduschen: Vor dem Gebrauch von Mundduschen muss leider gewarnt werden. Sie können vielleicht Speisereste lösen (das tut übrigens auch ein Schluck Wasser, das Sie durch die Zähne pressen), doch die Möglichkeit, dass Sie damit die Beläge in den Nischen und Zahnzwischenräumen entfernen können, besteht leider nicht. Dies muss mechanisch und mit etwas mehr Aufwand geschehen (s.o.). Ganz ohne Risiko ist die Benutzung einer Munddusche nicht, da vor ein paar Jahren in einer Studie der Uni Frankfurt herausgefunden wurde, dass der Wasserdruck von Mundduschen die Bakterien in eventuell vorhandenen Zahnfleischtaschen in die Blutbahn befördern können. Dies ist natürlich nicht ganz ungefährlich für Ihr Herz, denn dadurch kann es zu entsprechenden Infektionen kommen.

 

 

 

Gemeinschaftspraxis Oliver Klein und Kollegen, Ober-Rodener Str. 17-19, 63110 Rodgau